Filmtonberufe – Berufsbilder im Filmton

Tonmeister am Außen-SetDas Berufsfeld der tontechnisch-künstlerischen Berufe hat sich im Laufe der Jahre stark ausgeweitet, gleichzeitig aber auch eine Differenzierung in verschiedene Berufssparten entwickelt. Dies hat Berufsbezeichnungen hervorgebracht, die teilweise in unterschiedlichen Bedeutungen und Zusammenhängen gebraucht werden.

So gibt es beispielsweise den Begriff „Sounddesigner“ für Personen, die in der Industrie den Klang von Knäckebrot oder das Blinkergeräusch von Sportwagen gestalten. Im Filmton verstehen manche darunter den Gestalter spektakulärer Sound-Effekte, wie z.B. den Klang eines fiktiven Laserschwerts in einem Sciene-Fiction Film, andere viel genereller die Person, die in Absprache mit der Regie „ein Bild“ davon hat, wie der gesamte Film klingen soll und die Toncrew entsprechend supervisiert.

Auch die Berufsbezeichnung „Tonmeister“ wird in den verschiedenen Mediensparten (Musik-Radio-Film/Fernsehen-Beschallung) unterschiedlich verwendet und ist nicht gesetzlich geschützt.

Ziel und Aufgabe dieser „Berufsbilder im Filmton“ ist es, Klarheit in die Begriffswelt zu bringen und die Tätigkeitsfelder der einzelnen Filmtonberufe umfassend und präzise zu beschreiben und abzugrenzen. Eine Neuformulierung und Aktualisierung ist insofern geboten, als bei der heutigen Herstellung von Filmwerken durch die Digitalisierung der Arbeitsmittel neue Arbeitsabläufe hervorgebracht und die Hierarchien, sowie die gestalterischen Verantwortlichkeiten teilweise verschoben wurden.

Die Filmtongestaltung wird nicht mehr von einem Tonmeister alleine durchgeführt, sondern entsprechend der jeweiligen Produktionsphase (Dreh-Schnitt-Synchron-Mischung) von mehreren z.T. spezialisierten Filmtonschaffenden verantwortet.

Im Bereich der Film- und Fernsehtonproduktion lassen sich mehrere funktionell unterschiedliche Tätigkeitsbereiche abgrenzen und in die derzeit üblichen Berufsbezeichnungen einordnen:

    • Originaltonmeister (engl.: production sound mixer): Originaltonaufnahmen während der Drehphase am Set (überwiegend Sprache)
    • Originaltonassistent/Tonangler (engl. boom operator): Mitarbeiter des Settonmeisters, zuständig für Mikrofonführung und -einbauten  am Set.
    • Tongeräteassistent (engl. utility sound technician): Dritter Mensch im Originaltonteam, der Tonmeister und Angler zuarbeitet, sich um die Gerätelogistik kümmert, sowie Vorbauten und Zusatztonaufnahmen übernimmt.

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    • Soundeditor/Sounddesigner (auch Toneditor, Tongestalter): Gestaltung der Tonebene des Films,Schnitt und Bearbeitung der Originalton- und Geräuschaufnahmen sowie von Archivtönen, Komposition von Atmosphären und Geräuscheffekten. Bei größeren Projekten (Kinofilm) als Sound Supervisor zusätzlich inhaltliche und organisatorische Gesamtverantwortung der Filmtonproduktion, Erarbeitung und Kommunikation des Tonkonzeptes, Auswahl der Teammitglieder (Set und Postproduktion), Koordinierung des Arbeitsablaufes.

  • Geräuschemacher (engl. foley artist): Erzeugung von nicht-sprachlichen menschlichen und gegenständlichen Tonereignissen im Film, sowie Sound-Effekte und Atmosphären nach Absprache.
  • Sprachtonmeister/Geräuschtonmeister (engl: ADR- / foley mixer oder -recordist): Aufnahme von Sprache und Geräuschen im Tonstudio (Berufsfeld Post-Produktion).
  • Mischtonmeister (engl. re-recording mixer): Zusammenführung aller Elemente der Tonbearbeitung in ein Ganzes, Gestaltung des klanglichen Erzählbogens, technische Verantwortung des Endproduktes
  • Synchrontonmeister Aufnahme von Sprache im Tonstudio (Berufsfeld Fremdsprachensynchronisation).
  • Sendetoningenieur (engl. sound engineer): Veranwortlicher für die Tonübertragung bei Fernsehproduktionen (TV-Shows, Magazinsendungen, Sportübertragungen, Kulturveranstaltungen, Events) im Live- und Aufzeichnungsbetrieb, Erstellung des technischen Tonkonzeptes, Mischung der Schallquellen, Bereitstellung der Kommunikationsinfrastruktur.

Die aufgeführten Berufe können im Angestellten-Verhältnis, als selbständiger Mitarbeiter (Dienstleister mit Werkvertrag) im Studio, bei Fernsehanstalten und Produktionsfirmen ausgeübt werden.

Anm.: Alle Berufsbezeichnungen gelten geschlechtsneutral, (auf die weibliche oder auch explizit männliche Form wurde aus Lesbarkeitsgründen verzichtet).