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Filmtonschaffende ab 2014 erstmals regelmäßig an Urheber-Erlösen beteiligt

14.01.2014

Die Filmtonschaffenden werden ab 2014 erstmals regelm√§√üig an Urheber-Erl√∂sen beteiligt: Filmschaffende aller Gewerke einigen sich auf einen Verteilungsplan f√ľr die Erl√∂sbeteiligung an Kinofilmen.

Gute Neuigkeiten: Der Urhebertarifvertrag, genauer: der Erg√§nzungstarifvertrag f√ľr die Erl√∂sbeteiligung von Urhebern und Leistungsschutzberechtigten im Kinofilm, ist von ver.di und dem Schauspielerverband BFFS mit der Allianz Deutscher Produzenten ausgehandelt worden. Er regelt die Beteiligung der Urheber unter den Filmschaffenden an den Erl√∂sen aus Kinofilmen und tritt nun, da die Produzentenallianz den Verteilungsplan akzeptiert hat, ab 2014 in Kraft. Das vorliegende Ergebnis bezieht erstmalig auch Filmtongestalter als regelm√§√üig zu beteiligende Urheber ein.

Mehr als ein halbes Jahr lang wurde in der AG Filmurheber von Vertretern aller Filmgewerke um einen Verteilungsplan f√ľr die Erl√∂sbeteiligung von Filmurhebern im Kinobereich¬†hart, aber konstruktiv und letzten Endes erfolgreich¬†gerungen.¬†Die AG Filmurheber war von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und dem Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) initiiert worden, als sich ein erfolgreicher Verhandlungsabschluss f√ľr einen Urhebertarifvertrag zwischen ver.di und BFFS auf der einen Seite, und der Allianz Deutscher Produzenten ‚Äď Film & Fernsehen auf der anderen Seite abzeichnete.

Die Berufsvereinigung Filmton (bvft) war¬†als Kooperationspartner¬†von ver.di durch ihren Sitz im Tarifausschuss an den Vertragsverhandlungen beteiligt, und vertrat anschlie√üend in der AG¬†Filmurheber die Belange der¬†Tongestalter. Die Verhandlungsteilnehmer der bvft zeigen sich erfreut √ľber die konstruktive Zusammenarbeit zwischen ver.di und den beteiligten Berufsverb√§nden, allen voran dem BFFS, und die Unterst√ľtzung durch die Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verb√§nde.

„Aber besonders freuen wir uns, dass nun erstmalig auch Filmtonschaffende regelm√§√üig als Urheber beteiligt werden¬†und damit eine seit Jahrzehnten √ľberf√§llige Anerkennung von Filmtongestaltern als Urheber stattfindet“, erkl√§rt das gesch√§ftsf√ľhrende Vorstandsmitglied Christoph Oertel.

„Wir sehen das Verhandlungsergebnis als wichtigen Schritt auf unserem Weg zur Steigerung der Wertsch√§tzung des Filmtons in Deutschland“, erg√§nzt Vorstandsmitglied Felix Andriessens, der die Verhandlungen f√ľr die bvft von Anfang an begleitet hatte,¬†und f√ľgt hinzu: „Obwohl wir und alle an der AG Filmurheber beteiligten Kolleginnen und Kollegen bereits lange Jahre in der Filmbranche t√§tig sind, konnten wir alle eine Menge √ľber die Arbeit der jeweils anderen Gewerke lernen.¬†Die anderen Filmgewerke haben in ihrem Arbeitsalltag in der Regel von der Tonseite lediglich Kontakt zu den Originaltonmeistern und deren Assistenten, da die Mehrzahl der Gewerke ausschlie√ülich am Set arbeiten.¬†Es war f√ľr viele eine √úberraschung, wie viele verschiedene spezialisierte Berufe in der Tonpostproduktion, f√ľr sie also quasi im Verborgenen, arbeiten.“

Christoph Oertel berichtet, dass er √§hnliche Reaktionen von Gespr√§chen au√üerhalb der Filmbranche gut kennt: „Wenn ich Leuten, die nicht im Filmbereich arbeiten, erz√§hle, dass ich Filmtongestalter bin, dann gibt es √ľblicherweise zwei Reaktionen: entweder ‚Ach, Du machst die Musik?‘, oder ‚Ach, Du bist der, der mit den Kokosnussschalen die Pferde vertont‘. Dass die Arbeit von Filmtongestaltern Musik aber nur am Rande betrifft, und durch die Arbeit des Ger√§uschemachers alleine nicht ann√§hernd abgedeckt ist, sondern eine Vielzahl von sehr verschiedenen Schritten und T√§tigkeiten umfasst, die in die Schaffung einer komplexen akustischen Szenographie und Dramaturgief√ľhrung m√ľnden, ist vielen unbekannt.“

Felix Andriessens fasst zusammen: „F√ľr uns war es eine wichtige und hilfreiche Erfahrung, dass dieses Wissen auch in der Filmbranche selbst noch st√§rker verbreitet werden muss.¬†Heinrich Schafmeister (BFFS), der die Treffen der AG moderierte, sprach gerne von einem versteckten ‚Paralleluniversum‘, das sich in der Tonpostproduktion auftut. Die bvft arbeitet seit ihrer Gr√ľndung vor 10 Jahren daran, dieses ‚Universum‘ zusammen mit der Arbeit der Set-Tonberufe verst√§rkt in das Bewusstsein der √Ėffentlichkeit zu r√ľcken.“

Der Sitz der bvft befindet sich in Berlin, mit Regionalgruppen in K√∂ln und M√ľnchen.
Die Berufsvereinigung wurde 2003 gegr√ľndet, und hat mittlerweile fast 300 Mitglieder.

Weitere Informationen dazu erhalten Sie per Mail an info@bvft.de und auf www.bvft.de.
Weitere Informationen zum Urhebertarifvertrag finden Sie in der Pressemitteilung von ver.di.

Aktion Tariftreue im Gesamt√ľberblick Die Pressemitteilung in einer Kurzversion als PDF

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