ver.di fordert kräftige Gagenerhöhung und schnellen Tarifabschluss

27.09.2011

ver.di fordert kräftige Gagenerhöhung und schnellen Tarifabschluss 1Tarifrunde für Film- und Fernsehschaffende
Verhandlungsbeginn am 12. Oktober

(Berlin, 26. September 2011) In die Tarifverhandlung für Film- und Fernsehschaffende geht ver.di mit Forderungen nach kräftigen Gagenerhöhungen und erwartet einen zügigen Tarifabschluss. Die Wochengagen aller Filmschaffenden sollen um einen Sockelbetrag von 50 € und zusätzlich um 3,5 % ab Januar 2012 angehoben werden. Damit will ver.di für Filmschaffende, die nur für die wenige Wochen andauernde Produktion eines Kino- oder Fernsehfilms beschäftigt werden, in dieser Tarifrunde den Schwerpunkt auf Einkommensverbesserungen zum nächstmöglichen Zeitpunkt setzen. Gegenüber der Produzentenallianz hat ver.di den Tarifvertrag zum Ende des Jahres gekündigt und bereits für den 12. Oktober den ersten Verhandlungstermin vereinbart.

Am selben Tag wird auch die Verhandlungsrunde für Schauspielerinnen und Schauspieler fortgesetzt, in der BFFS und ver.di eine Gagenhöhe für Berufseinsteiger und damit die Eindämmung eines fortschreitenden Gagenverfalls erreichen wollen.

Zusätzlich zu den Tariferhöhungen sollen weitere Berufsgruppen und Tätigkeiten in die Gagentabelle aufgenommen werden, die zwar an jeder Filmproduktion regelmäßig beteiligt sind, nur bisher nicht tariflich erfasst sind. Es handelt sich um Berufe aus dem Bereich Beleuchtung, Kamerabühne und Sounddesign und Tonbearbeitung.

In der jetzigen Tarifrunde sollen weiterhin Klarstellungen im Tarifvertrag für Kleindarsteller/Komparsen vorgenommen werden, um eine Abgrenzung zu schauspielerischen Leistungen zu gewährleisten.

Die ver.di-Tarifkommission der Filmschaffenden hat mit der Schwerpunktsetzung auf Gagenerhöhungen vor allem die Erwartung verbunden, dass damit ein schneller Tarifabschluss zu erzielen ist. Sollte ein schneller Abschluss mit der Produzenten-Allianz nicht möglich sein, hat ver.di bereits vorsorglich den Manteltarifvertrag gekündigt: So könnten die zunächst zurückgestellten Forderungen zu den grundsätzlichen Regelungen, etwa zu Arbeitszeit und Zuschlägen, wenn nötig im Rahmen einer erweiterten Verhandlungsrunde noch aufgestellt werden.

„Die beiden vergangenen Tarifrunden wurden dominiert durch die erfolgreiche Einführung zwei entscheidender Neuerungen im Tarifvertrag für Filmschaffende. Doch die Auseinandersetzung um die Einführung von Zeitkonten ab dem Jahr 2007 und Begrenzung der täglichen Arbeitszeit ab 2010 haben viel Verhandlungszeit gekostet. Zudem hat die Kostenwirkung dieser beiden Errungenschaften im Gesamtergebnis als Kehrseite zu unterdurchschnittlichen Tariferhöhungen geführt. Diesmal geht es uns deshalb um die Konzentration auf kräftige Tariferhöhungen und zwar so schnell wie möglich“, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel.

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