Berufsbild Tongeräteassistent*in

(engl. utility sound technician)

Die Tongeräteassistenz ist das dritte Tätigkeitsfeld im Originaltonteam. Sie arbeitet den O-Tonmeister*innen und Tonassistent*innen zu und ist für Pflege, Wartung und Transport der tontechnischen Geräte zuständig. Wenn die Tonassistenz am Set Auge und Ohr der Originaltonmeister*innen ist, dann ist die Geräteassistenz deren rechte Hand.

Die immer geringeren Zeitbudgets, bei stetig wachsendem technischen Aufwand, machen eine dritte (oder – bei zwei Anglern – vierte) Person beim Ton am Set notwendiger denn je. Die Tongeräteassistenz spart dem gesamten Team viel Zeit und ermöglicht aufwendige Vorbereitungen, während Originaltonmeister*innen und –assistent*innen sich auf Proben und die Kommunikation sowie ihre eigentlichen Aufgaben am Set konzentrieren können. Die Geräteassistenz ersetzt keine Tonassistenz, bei seriellen Formaten und umfangreichen Szenen sind gegebenenfalls zwei vollwertige Tonassistenzen von Nöten.

Aufgabenbereich

Die akustische Verbesserung der Räume, wie zum Beispiel das Verlegen von Teppichen und das Hängen von akustisch dämmenden Vorhängen, ist ein Aufgabenbereich der Geräteassistenz. Sie klebt laute Schuhe ab und hört in Proben welche Requisiten störende Geräusche von sich geben. Zusammen mit dem Tonteam verkabelt sie die Schauspielenden und kümmert sich um die Pflege der Funksender mit neuen Batterien. Sie zieht für die Tonassistenz Kabel hinterher, führt diese bei Rückwärtsgängen und unterstützt diese auch mit einer zusätzlichen Angel, falls es kurzfristigen Bedarf dafür gibt. Das Verteilen und Einsammeln der „Mithören“ für das Filmteam fällt auch in ihre Verantwortung. Auch kann sie bereits Motive und Fahrzeuge für Fahraufnahmen vorbereiten, während noch an anderen Orten gedreht wird. Gegebenenfalls kann sie auch für Atmo- und Nurtonaufnahmen eingesetzt werden, während das Drehteam ans nächste Set umzieht. Bei Situationen, die eine Tonzuspielung erfordern, kann sie eine Anlage vorbereiten und das Playback betreuen. Und für kleine, abgesetzte 2nd- Unit Einstellungen ohne Dialog, die Tonaufnahme übernehmen.

Gemeinsam mit der 2. Kamerassistenz kümmert sie sich um die Timecode-Synchronisierung von Kameras und Tonrekordern.

Voraussetzungen

  • gute körperliche Konstitution
  • Konzentrationsfähigkeit über längere Zeit
  • handwerkliches Geschick
  • Bereitschaft zu unregelmäßigen und teilweise überlangen Arbeitszeiten und Einsatz an wechselnden Drehorten (andere Städte und Länder), Wochenend- und Nachtarbeit.
  • Psychische Belastbarkeit Ausbildung und Berufssituation

Ausbildung und Berufssituation

Es gibt keine staatlich anerkannte Ausbildung zur Tongeräteassistenz. Die Ausbildung wird in der Regel über unterschiedliche Praktika bei O- Tonmeister*innen und Filmproduktionen erreicht. Eine Vorbildung im elektrotechnischen oder medientechnischen Bereich ist von Vorteil, z.B. in der Veranstaltungstechnik (mit Schwerpunkt Ton), Mediengestaltung Ton und Bild, oder als EB-Assistenz bei aktueller Berichterstattung.

Tongeräteassistent*innen arbeiten in der Regel als Angestellte der Filmproduktionsfirma auf Produktionsdauer befristet. Haben sie genügend Erfahrung bei Dreharbeiten gesammelt und sich am Set bewährt, können sie auch in der Tonassistenz tätig werden.

Der Arbeitsaufwand im O-Tonbereich ist gestiegen, die international übliche dritte Person im Tonteam ist bei deutschen Produktionen jedoch noch zu wenig etabliert. Mit der Einführung eines entsprechenden deutschen Berufsbildes verleiht die bvft den wiederholten Forderungen der Originaltonmeister*innen nach einer Tongeräteassistenz Nachdruck.

In der Neufassung des Tarifvertrags für Film- und Fernsehschaffende vom Juli 2018 konnte die Tongeräteassistenz erstmalige tariflich  verankert werden. Die Position nennt sich dort  2. Tonassistenz, meint aber ausdrücklich keine zweite 1.Tonassistenz.