EBU aktualisiert Dokumente zur Lautheitempfehlung

28.02.2016

loudnesssausageDie PLoud Arbeitsgruppe der European Broadcast Union hat mehrere Veröffentlichungen zur Lautheitsempfehlung EBU R128 überarbeitet. Die Aktualisierungen betreffen den Umgang mit Werbeprogrammen, stellen Minimalanforderungen für Lautheitsmessgeräte, verfeinern die LRA-Messung und bieten verbesserte Produktionsrichtlinen zur Herstellung von R128 konformen Programmen.

In die überarbeiteten Materialien sind zahlreiche Erfahrungen eingeflossen, die in den fünf Jahre seit Veröffentlichung der ersten Empfehlung gemacht wurden. Dabei weißt die EBU deutlich darauf hin, dass die Lautheitsempfehlung EBU R128 selbst nicht verändert wurde, lediglich verschiedene Zusätze wurden überarbeitet.

Wichtigste Neuerung dürfte die Überarbeitung des Anhangs für Kurzzeit-Programmmaterial sein. Die Ergänzung „EBU R 128s1 Loudness Parameters for short-form Content“ widmet sich dem Umgang mit Werbematerial und Programmvorschauen. Darin wurde bisher vorgeschlagen, entweder einen maximalen Momentanwert oder einen maximalen Kurzzeitwert zur Regulierung der Lautheit festzulegen. In Version 2.0 des Papiers wird nur noch die Kurzzeitmessung empfohlen. Ziel der Einschränkung ist es, den Programmaustausch mit unterschiedlichen Sendern weiter zu vereinfachen.

Die Leistungsvorgabe für Lautheitsmessgeräte EBU Tech 3341 wurde in der aktuellen Version um neue Minimalanforderungen ergänzt. Darüber hinaus wurde das EBU Loudness Test Set um 15 neue Testsignale erweitert.

Die Festlegung zur Messung der Loudness Range (EBU Tech 3342) wurde verfeinert. Die Neuerung entspricht besser den Werten, die durch integrierte Lautheitmessung und Kurzzeitmessung vorgegebenen sind.

Letztendlich wurden auch die von Florian Camerer herausgegeben Empfehlungen zur Produktion von Programmen nach R128 überarbeitet. Das als Referenzanleitung geltende EBU Tech 3343 Dokument findet sich, wie auch die anderen PDFs, auf der Loudness-Seite der EBU. Die EBU spricht sich darin deutlich gegen die Produktion von gleichförmigen „Lautheitswürsten“ aus. Es ist zu erwarten, dass Sender und Hersteller bald die neuen Empfehlungen übernehmen.

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