Zur Wahrnehmung des Filmtons im urheberrechtlichen Sinn

WĂ€hrend die Filmmusik offenkundig die emotionale Ebene im Film gestaltet, bedient der Filmton zunĂ€chst „die RealitĂ€t“, indem er das hörbar macht, was im Bild zu sehen (und nicht zu sehen) ist. Dies ist fĂŒr die Wahrnehmung und urheberrechtliche Anerkennung des Filmtons Fluch und Segen zugleich.

Fluch, weil der Ton oft als „naturgegeben“ wahrgenommen wird, da dies der Alltagserfahrung entspricht und somit kaum jemand weiß, dass diese RealitĂ€t immer eine von A bis Z gebaute FilmrealitĂ€t ist, die durch Fokussierung genau die emotionale Grundebene schafft, die im Sinne der Filmdramaturgie erwĂŒnscht ist. Segen ist dies, da die emotionale Wirkung des Filmtons gerade wegen der vermeintlich immer vorhandenen VerknĂŒpfung mit „der RealitĂ€t“ um so mĂ€chtiger ist: ich glaube, was ich höre!
Diese FilmrealitĂ€t kann auch â€žĂŒberreal“ sein, also eine bloße innere RealitĂ€t der Protagonisten.
Filmton ist Teamwork. Urheber am Werk Filmton sind somit alle Filmtonschaffenden – mit unterschiedlichen Gewichtungen.

Exemplarisch sei im Folgeartikel die Arbeit des Sounddesigners ausgefĂŒhrt, der – unter anderem – wie ein ‚akustischer Szenenbildner‘ wirkt:
Die kĂŒnstlerische Schöpfungshöhe des Sounddesigns im Film

Christoph Oertel