Tarifvertrag

VerdilogoDer gewerkschaftliche Vertretung der Filmschaffenden wird innerhalb ver.dis ĂŒber die so genannte Filmunion organisiert. Um nĂ€her an den Mitgliedern zu sein, gibt es Regionalgruppen, die an den Medienstandorten Berlin, Hamburg, Köln und MĂŒnchen regelmĂ€ĂŸige Treffen veranstaltet.

Der aktuelle Tarifvertrag fĂŒr auf Produktionsdauer beschĂ€ftigte Film-und Fernsehschaffende (TV FFS), ausgehandelt zwischen Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V. und Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft – ver.di, findet sich hier (PDF).

In ihm werden Arbeitszeiten, MindestvergĂŒtung und Urlaubsregelungen u.a. fĂŒr Tonmeister und Tonassistenten genannt. Die Gagentabelle befindet sich auf Seite 28.

Genau genommen gilt der Tarifvertrag nur fĂŒr ver.di-Mitglieder, die bei tarifgebundenen Produktionsfirmen beschĂ€ftigt sind. Die meisten Mitglieder der Produzentenallianz und des Film- und Fernsehproduzentenverbandes NRW fallen darunter. Mit der Anerkennung des Tarifvertrages „erkaufen“ sich die Produzenten u.a. die Möglichkeit, die im Arbeitszeitgesetz festgelegte maximale Arbeitszeit von 10 Stunden pro Tag in EinzelfĂ€llen legal zu ĂŒberschreiten.

Wird der Angestellte hingegen nicht nach Tarifvertrag – oder zu schlechteren Konditionen – beschĂ€ftigt, gilt automatisch die 10h-Obergrenze des Arbeitszeitgesetzes!  LĂ€sst der Produzent trotzdem lĂ€nger arbeiten, begeht er eine Straftat und kann vom Gewerbeaufsichtsamt oder der Berufsgenossenschaft BGETEM (Arbeitssicherheit) belangt werden.

Die Gagen, die im Tarifvertrag mit den Produzenten ausgehandelt wurden, verstehen sich als Mindestgagen, können also durchaus ĂŒberschritten werden, ohne dass die anderen Vereinbarungen im Tarifvertrag außer Kraft gesetzt werden. In  unregelmĂ€ĂŸgen AbstĂ€nden werden die Gagenhöhen in Tarifrunden neu verhandelt. An den Tarifgagen fĂŒr Tonmeister orientiert sich auch die Gagenempfehlung der bvft.

FFS-Tarif_vs_Inflation_BVFT

Setzt man den Anstieg der Tarifgagen in Relation zur Inflationsrate, wird sichtbar, dass in den Jahren 2011-2015 zwar ein leicht höherer Abschluß erzielt wurde, im Vergleich zur Gagensituation um die Jahrtausendwende aber immer noch einiges aufzuholen ist.