Gagenempfehlung Filmton

Die  Gagenempfehlungen stellen Mindestgagen fĂŒr projektweise beschĂ€ftigte Filmtonschaffende dar, gestaffelt nach Art der Produktion und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung, dem Genre und der TĂ€tigkeit des Filmtonschaffenden. Sie beziehen sich nur auf die Arbeitsleistung und enthalten keine GerĂ€tevermietung oder Studiomiete. Auch die VergĂŒtung fĂŒr eine Übertragung von Nutzungs- und Verwertungsrechten ist darin nicht enthalten. Die individuellen Gagenvereinbarungen sollen je nach den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Filmproduktion, Berufserfahrung und Qualifikation angemessen ĂŒber der Mindestgage liegen.

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Je nach ArbeitsverhÀltnis werden die Gagen als Bruttolöhne auf Lohnsteuerkarte oder als Rechnungsgagen ohne Umsatzsteuer dargestellt. Wir empfehlen, keine geringeren Gagen zu akzeptieren!

Die Rechnungsgagen liegen mindestens 30% ĂŒber den Tariflöhnen fĂŒr angestellte Filmtonmitarbeiter nach Verdi Filmunion (FFS), um die Tarife nicht durch die kalkulierten Lohnnebenkosten zu unterbieten. Zudem wird so dem erhöhten Kostenaufwand von SelbststĂ€ndigen und den Einsparungen der Auftraggeber gegenĂŒber einer befristeten Anstellung Rechnung getragen. Zu den Lohnnebenkosten siehe hier.

Auch BerufsanfĂ€nger sollten die hier genannten Mindestgagen nicht unterschreiten, denn wer die Verantwortung fĂŒr eine bestimmte Position ĂŒbernimmt, muss auch der Position angemessen entlohnt werden, egal wieviel Erfahrung er oder sie mitbringt. Dies gilt fĂŒr alle Arbeitsbereiche der Filmtongestaltung, und ist fĂŒr die Settonberufe im Tarifvertrag festgelegt.

Die empfohlenen Gagen werden  jĂ€hrlich gemĂ€ĂŸ den Steigerungen im Tarifvertrag FFS angepasst. So sind die Tarifgagen beispielsweise fĂŒr Settonmeister  von  Januar 2012  bis 2013 um 5,4% gestiegen. Zum Juli 2014 steigen sie erneut um 2,2% und Januar 2015 um weitere 2,5%.

Die Wochengagen beziehen sich auf eine 5-Tage Woche.

Überstunden (mehr als 10h pro Tag) sind  gemĂ€ĂŸ der Tarifeinigung  mit der Produzentenallianz  ( FFS-Tarifvertrag 2014) wie folgt abzurechnen:

Pro Stunde wird  1/10 der Tagesgage zu Grunde gelegt (im Postproduktionsbereich entsprechend 1/8), zzgl. folgender ZuschlÀge:

  • 25% Lohnzuschlag fĂŒr Arbeitszeiten in der 11. und 12. Stunde, gemittelt auf die Wochenarbeitszeit
  • 60% Lohnzuschlag fĂŒr Arbeitszeiten in der 13. Stunde je Tag.
  • 100% Lohnzuschlag fĂŒr Arbeitszeiten nach der 13.  Stunde.  Jedoch sind dermaßen ĂŒberlange Arbeitszeiten nur noch in AusnahmefĂ€llen und mit Zustimmung der Filmschaffenden zulĂ€ssig! DarĂŒber hinaus dĂŒrfen maximal 40% (TV) bzw. 80% (Kinofilm) der Drehtage einer Filmproduktion auf bis zu 13 Stunden am Tag ausgeweitet werden.
  • 25% Zuschlag sind außerdem fĂ€llig fĂŒr Nachtarbeit zwischen 22-6h, sowie 50% an Sonn- und 100% an Feiertagen. Ausnahmen sind im aktuellen Tarifvertrag beschrieben.
  • Nach einem 13-Stunden-Arbeitstag erhöht sich die folgende Mindest-Ruhezeit von elf auf zwölf Stunden

Wir empfehlen, die vereinbarten ÜberstundenzuschlĂ€ge  auch bei selbstĂ€ndiger TĂ€tigkeit zu Grunde zu legen, um auch hier nicht die Tarifgagen  zu unterbieten.

Tagesarbeitszeiten von ĂŒber 10 Stunden fĂŒr Angestellte von nicht an einen Tarifvertrag gebundenen Auftraggebern verstoßen gegen das Arbeitsschutzgesetz. Auch bei Bindung an einen Tarifvertrag dĂŒrfen diese Arbeitsdauern nur unter bestimmten UmstĂ€nden ĂŒberschritten werden