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Digitale Dividende II: Erörterung verschoben

08.05.2014

Bei einer Anhörung der beteiligten Interessensgruppen am 5.Mai 2014 hat Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur (BNetzA), mitgeteilt, dass die mögliche Neuvergabe von Funkfrequenzen um 700MHz im Rahmen der „Digitalen Dividende II“ kein Gegenstand dieses Treffens sei, sondern durch eine gesonderte Anhörung im Rahmen des Verfahrens „Projekt 2016″, BK 1-11/003 behandelt werden wird.

Der Verband der Anwender drahtloser Produktionsmittel (APWPT)  geht davon aus, dass diese Entscheidung auf Grundlage der Kommentierungen der Verbände aus der Kunst, Kultur und Kreativbranche getroffen wurde. Die APWPT recherchiert jetzt die sich daraus geänderten Sachlage.  Siehe auch die Sonderseite „Kultur braucht eine Stimme„.

APWPT diskutiert nachfolgend einen Ansatz als Handlungsalternative:

Umgehende Umstellung der Mobilfunknutzung
von veralteter UMTS- auf LTE-Advanced-Technologie

Bei den Diskussionen zu einer weiteren Digitalen Dividende wird offenbar immer davon ausgegangen, dass in immer kürzeren Zyklen neues Mobilfunkspektrum zu Verfügung gestellt werden muss. Es gibt allerdings auch eine Alternative, die dieses Wachstum erheblich begrenzen kann – die Beschleunigung der Mobilfunkumrüstung von veralteten auf hoch effiziente Übertragungsverfahren. Beispiel: Durch die Umrüstung von UMTS nach LTE-A erhöht sich die Spektrumnutzung um mindestens Faktor 2,4. Gleichzeitig ist die LTE-Infrastruktur, nach unserer Information, erheblich kostengünstiger.

Zusammenfassung der bisher erkennbaren Vorteile

  • 700 MHz kann (für einen längeren Zeitraum) in der bisherigen Nutzung verbleiben.
  • Die Umsetzung der Ziele der Breitbandinitiative lassen sich im vorhandenen Funkspektrumschneller und wahrscheinlich kostengünstiger umsetzen.
  • Die Modulationseffizienz und Funkressourcenzuteilung ist in LTE viel effizienter als bei UMTS,der praktische Gewinn ist mindestens Faktor 2,4 – in der Praxis durchaus viel höher.
  • Die Migration von LTE nach LTE-A integriert Sprachübertragung und entlastet somit GSM.

Kompatibilität mit einer Vielzahl von Anwendungen?

Aus APWPT-Sicht kann ein Mix aus GSM (hohe Kompatibilität) und LTE-A die (hohe Kapazität) über einen langen Zeitraum aufrechterhalten werden. UMTS hingegen sollte sehr kurzfristig und mit Nachdruck auf LTE-A umgestellt werden. Unser Funkspektrum ist viel zu wertvoll, um verschwendet zu werden.

Wie kann die Verwaltung ein solches Vorhaben unterstützen?

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die Deutsche Regulierung mindestens einmal diesbezügliche Grundsatzentscheidungen getroffen hat. Die C-Netz Genehmigung wurden im Jahr 2000 vorzeitig eingezogen und wahrscheinlich 100.000 Endgeräte mussten auf GSM zwangsumgestellt werden. Fazit: Wenn sich kein anderer Weg abzeichnet, müsste die BNetzA eine Zwangsumstellung der Technologie von UMTS nach LTE anordnen.

Ein gesellschaftlicher Konsens ist dringend erforderlich

In Dokumenten der BNetzA wird immer wieder ein wichtiger Aspekt angeführt: „..mit gutem Willen aller Beteiligten..“.
APWPT greift diesen Punkt auf und fordert: „Nationaler Konsens zur Sicherung der langfristigen Planungssicherheit drahtloser Mikrofone und vergleichbarer Technik im Rahmen des deutschen Kunst-, Kultur- und Kreativsektors, zum Beispiel bei Veranstaltungen, Konzert- und der Content- Produktion“. Es obliegt also dem „guten Willen aller Beteiligten“ umgehend zu handeln.

Weitere Informationen

Sonderseite der APWPT: http://kultur-braucht-eine-stimme.de